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Zwei Jahre LoRa (1985)



Nach zwei Jahren im Äther sendete LoRa 1985 während 13 bis 15 Stunden täglich. Betrieblich als Kollektiv organisiert, hatte es sich praktikable Strukturen gegeben. Die Finanzierung durch Hörerinnen und Hörer erlaubte, leidlich konsolidiert ins dritte Jahr zu gehen.

Die über 3000 Einzelpersonen und gut 200 Organisationen, die das LoRa jährlich mit Fr. 50.- beziehungsweise Fr. 100.- unterstützten, umfassten die Kräfte, die sich nicht zum regierenden Bürgerblock zählten, politische, kulturelle, feministische, studentische, entwicklungspolitische, religiöse Organisationen, die neuen urbanen sozialen Bewegungen.

Die freiwilligen Beiträge und Spenden deckten die jährlichen Ausgaben von Fr. 230'000.-. Radio LoRa hatte damit gezeigt, dass ein Lokalradio auch werbefrei und selbstverwaltet funktioniert.

LoRa war mit dem Anspruch angetreten, ein HöererInnenradio zu sein. In einer Broschüre zum zweijährigen Jubiläum wurde festgehalten: "Es hat sich gezeigt, dass diese Umschreibung nicht zu weit gefasst verstanden werden darf. Rund 1% jener, die zuhören, machen auch mit (300 von 30'000). Der Schritt vom Hören zum Sendungsmachen ist der Schritt vom passiv sein zum aktiv werden, vom Objekt zum Subjekt. Und wer von uns wüsste nicht, wie schwer dieser Schritt zu machen ist."

Rund 300 Sendungsmacherinnen und Sendungsmacher gestalteten in Freiwilligenarbeit das "buntgescheckte, dafür nicht immer ganz geleckte Programm" (Volksrecht vom 15. November 1985) und bildeten damit neben den zahlenden Hörerinnen und Hörern das zweite oekonomische Standbein des LoRa.

Die Sendungsmacherinnen und Sendungsmacher kamen aus verschiedensten politischen und kulturellen Kreisen der Stadt Zürich. Zudem fand wegen der grossen zeitlichen Belastung beim Produzieren von Sendungen eine kontinuierliche Rotation statt. LoRa lief dadurch nicht Gefahr, ein inzüchtlerisches Ghettoradio zu werden. Vielmehr wurden aktuelle Debatten stets aufgenommen und kontrovers behandelt.



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