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LoRa ist ein Experiment - Konzessionsgesuch 1982

"Das Alternative Lokal-Radio Zürich (ALR) ist ein Experiment. Es will ein strikt lokales Radio ausprobieren, das von Hörern selbst gemacht und ohne Werbung finanziert wird. Ziel ist, die trennende Arbeitsteilung zwischen Machern und Hörern abzubauen. Das ALR arbeitet nach dem Milizsystem. Regelmässig mitarbeitende Freiwillige versuchen zusammen mit spontan teilnehmenden Hörern, neue Kommunikationsformen zu entwickeln." (Konzessionsgesuch September 1982, S.3)

Werbefreies HörerInnenradio
MitgliedschaftZiel des Projektes ALR war die Erprobung eines Lokalradio-Modells, für das es im deutschsprachigen Raum kein Vorbild gab: ein werbefreies, von den Hörerinnen und Hörern selbst gestaltetes Programm. Im Vordergrund stand die Entwicklung neuer, durch Hörerinnen- und Hörerbeteiligung bestimmter Programmformen und Inhalte sowie das Testen eines werbefreien Finanzierungsmodells.

Der experimentelle Charakter von Radio LoRa zeigte sich auch darin, dass es nicht als fertig ausdiskutiertes und gestaltetes Projekt starten wollte, sondern als offener Prozess, in dem sich neue Programmformen entwickeln und verändern konnten.
Das werbefreie Finanzierungsmodell richtete sich gegen Abhängigkeiten gegenüber den Werbetreibenden und insbesondere gegen den Zwang zu hohen Einschaltquoten. Zur Finanzierung stützte sich das ALR hauptsächlich auf die Hörerinnen und Hörer, die das Projekt durch jährliche freiwillige Beiträge unterstützen sollten.

Keine Profis
Radio LoRa verzichtete bewusst auf Profis als Senungsmacherinnen und Sendungsmacher. Eine einfache Technik sollte es allen ermöglichen, bei Interesse und Engagement ein einfaches Mischpult zu bedienen und einen Programmbeitrag zu produzieren. Damit sollte die bei praktisch allen Medien eingespielte Funktionsteilung zwischen MacherInnen und HörerInnen tendenziell aufgehoben werden. Festangestellte waren lediglich für den Betrieb (Koordination, Animation, Technik) vorgesehen.

Gesellschaftliche Impulse
"Die ALR-Initianten verfolgen das Projekt seit über fünf Jahren, weil sie sich Auswirkungen auf das gesellschaftliche Leben versprechen. Dieses Leben ist heute zunehmend geprägt von Desinteresse und Abstinenz breiter Gruppen. Das hat damit zu tun, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger in etablierten Institutionen und Medien nicht mehr repräsentiert sehen. Erste Voraussetzung für gesellschaftlichen Dialog oder für politische oder kulturelle Teilnahme ist die Möglichkeit und die Gewissheit, sich in dieser Gesellschaft unverfälscht äussern zu können, über ein öffentliches Forum und ein Sprachrohr zu verfügen. In diesem Sinn will das ALR Katalysator für gesellschaftliche Aktivität werden. Im ALR steckt ein Stück politische Hoffnung." (Konzessionsgesuch 1982, S.7)

Das Konzessionsgesuch dokumentiert das Sebstverständnis des Projektes ALR, wie es sich seit 1977 und besonders von Juni bis September 1982 im Verlauf der Gesuchsformulierung herausgebildet hat. Es kann hier heruntergeladen werden (PDF 1,63 MB).


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