Künstlerisches und experimentelles Radio für Zürich auf 97,5 MHz vom 16. Juli bis zum 8. August 2007. Zum dritten Mal in Folge führte Radio LoRa in der Sommerpause ein dreieinhalbwöchiges Radiokunstprojekt durch.

Elektromagnetischer Sommer 2007

 

Der erste Teil vom 16. bis zum 28. Juli 2007: clingradio

Beim Festival „Radiorevolten“ im Herbst 2006 in Halle (D) entstand die Idee zur Zusammenarbeit zwischen Marold Langer-Philippsen mit seinem Projekt „radioerevan“ und dem Künstlerpaar Knut Aufermann und Sarah Washington. Unter dem Namen „clingradio“ installierten sich die drei für die Dauer von zwei Wochen im Kunsthof Zürich und sendeten rund um die Uhr in drei sich regelmässig abwechselnden Sendegefässen.

clingradio

Marold Langer-Philippsen baute ein grosses Zelt, die RADIOEREVAN_YURT. Dort gestaltete er dreimal täglich für zwei oder mehr Stunden seine Radioshow. Morgens und spätabends kamen vor allem Marold und seine „alter Egos“ Langer und Philippsen zu Wort, die Geschichten von ihren Reisen in die Mongolei erzählten. Nachmittags gab es jeweils Gesprächsrunden mit WissenschaftlerInnen und KünstlerInnen aus Zürich. Diese Kontakte hatten sich grösstenteils vor Ort ergeben. Eine Woche lang stellte Marold Langer-Phillipsen seine beiden Nachmittagstunden dem Institut für Designforschung der ZHdK zur Verfügung. Die Nachmittagsshow von „radio­erevan_yurt“ wurde jeweils von Radio Corax in Halle (D) übernommen. Alle Sendungen von radioerevan_yurt sind zu hören auf www.radioerevanyurt.net.

Knut Aufermann und Sarah Washington hatten sich im hinteren, überdachten Teil des Kunsthofs eingerichtet. Knut Aufermann baute dort sein Installations-Feedback auf. Es bestand aus Rückkopplungsschleifen, die aus sich selbst heraus klingen. Über die Dauer des Projektes wurde dieses Setup durch eine wachsende Ansammlung von Mischpulten, Mikrofonen, Radios, Lautsprechern, Kompressoren und Minisendern ständig ausgebaut. Die Installation bildete so eine sich verändernde Landschaft, die täglich zu bestimmten Zeiten gesendet wurde. Das Publikum war jeden Tag zwischen 12 und 14 Uhr zur Feedback-Siesta eingeladen, um durch Anwesenheit im Ausstellungsraum die Installation zu beeinflussen. Diese Möglichkeit wurde im Lauf der 14 Tage zunehmend genutzt.

Sarah Washington war täglich von 14 bis 16 Uhr und von 18 bis 22 Uhr mit der Johnny-Head-in-Air-Show auf Sendung. Eigene Sets wechselten ab mit Gastspielen verschiedener Zürcher KlangkünstlerInnen. Einen Eindruck von der clingradio-Atmosphäre vermitteln Fotos und Texte auf www.mobile-radio.net.

Clingradio war trotz einiger Widrigkeiten ein sehr gelungenes Experiment. Die KünstlerInnen hatten mit dem häufig regnerischen und zum Teil stürmischen Wetter zu kämpfen. Das erste radioerevan_yurt-Zelt wurde nach ein paar Tagen vom Regensturm zerstört, die Jurte musste neu aufgebaut werden. Auch die technische Übertragung der Sendungen via Live-Stream im Internet lief besonders in den ersten Tagen keineswegs störungsfrei.

Sehr im Sinne von Radio LoRa war die Interaktivität des Projektes. Alle PassantInnen und BesucherInnen waren eingeladen, sich im Kunsthof aufzuhalten, den Sendungen zuzuhören, selbst Sendungen zu gestalten oder als InterviewpartnerInnen mitzumachen. Mit einem „Berg-Grillfest“ und regelmässigen gemeinsamen Nachtessen bewirteten die KünstlerInnen ihre Gäste. Es dauerte ein paar Tage, bis sich das Projekt herumsprach, aber nach und nach nahmen immer mehr ZürcherInnen die Gelegenheit wahr und es ka­men viele positive Reaktionen von den HörerInnen. Wir hätten dieses perfekte Som­mer(loch)projekt gerne länger bei uns gehabt.

Auch die Zusammenarbeit mit dem Kunsthof Zürich war sehr erfreulich und angenehm. Sie soll im Sommer 2008 wiederholt werden.

 

Der zweite Teil vom 28. Juli bis zum 8. August: kanal7

Den zweiten Teil des Elektromagnetischen Sommers gestaltete schon zum dritten Mal die einheimische Künstlergruppe kanal7. Sie hatten ihr Studio im dock18 – Raum für Me­dienkulturen völlig selbständig eingerichtet und betrieben. Die Zusammenarbeit im Vor­feld war – wie schon in den Vorjahren - nicht ganz einfach, doch das Ergebnis überzeugte auch diesmal. Auch hier war das Studio für die ZuhörerInnen fast ständig zugänglich, und die Programmmischung aus freier Musik, Interviews und Performances bot viel Interes­santes und viel Abwechslung. Einzelheiten und Hörbares zu kanal7 auf www.dock18.ch und www.kanal7.ch.

 

Kontakt

Fragen zum Elektromagnetischen Sommer beantwortet Adriane Borger, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

Sponsoren

Der Elektromagnetische Sommer auf Radio Lora wurde unterstützt von der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich, der Ernst Göhner Stiftung, der Stadt Zürich/Kultur, der Alfred
Richterich Stiftung und MIGROS kulturprozent.

 

Archiv

Im Sendungsarchiv von Radio LoRa können die gesamten Ausstrahlungen abgerufen werden:

Programm des vorangegangenen Jahres: Elektromagnetischer Sommer 2006

Programm des vorletzten Jahres: Elektromagnetischer Sommer 2005