Wieso feministischer Radiotag?

Die Medienbranche ist nach wie vor eine cis-Männerdomäne. Laut einer Studie der ZHAW sind in der Schweiz unter 39% der Menschen, die bestimmen was wir tagtäglich medial zu hören und sehen bekommen, Frauen. Laut ProQuote werden in Deutschland nur zwei der zwölf öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten von Intendantinnen geführt. In solchen Aufzählungen werden Menschen, die sich als trans*, inter oder non-binär identifizieren gar nicht erst mitgedacht. Chefredakteure sind meist männlich, die mediale Darstellungen von Mädchen und Frauen sind meist klischiert, viele Journalist_innen erfahren am Arbeitplatz sexuelle Belästigung, Themen werden nach Geschlechterrollen eingeteilt - die Liste an Gründen, feministische Berichtserstattung in den Fokus zu rücken ist lang.
Freie Radios als nichtkommerzielle, offene und selbstbestimmte Medien haben sich schon immer als eine Plattformen für die diejenigen verstanden, deren Stimmen oft nicht gehört werden. Daher sind die Bedingungen für journalistische FLINTA* (Frauen, Lesben, Inter, Nicht-Binäre,Trans-Personen und Agender) in diesen Medien zu Arbeiten bedeutend besser. Trotzdem sind auch hier patriarchale Machtstrukturen vorhanden, und vor allem viele cis-Männer hinter den Mikrofonen zu hören.

2018 haben sich mehrere freie Redaktionen zu den feministischen Radiotagen "Claim the Waves" in Zürich getroffen und beschlossen, sich zu vernetzen und gemeinsam den Äther am 21. Oktober zu besetzen. Feministischer Journalismus heißt für uns, dass FLINT* auf eine diskrimminierungsarme Art und Weise ihre Meinungen, Musik, Themen und Menschen in die Öffentlichkeit tragen, welche sonst untergehen würden.

Seit 2019 RADIA sendet gemeinsam mit deutschsprachige freie Radios am 21.Oktober.

Details zum Programm:

Feministisches Sonderprogramm von RADIA LoRa

10-12 Widerständige Frequenzen: 

Widerständige Frequenzen #2: Feministische Live-Berichterstattung und warum es feministischen Journalismus braucht

Am historischen 14. Juni 2019 war unser STREIK-RADIA zum ersten Mal auf der Strasse! Seither machen wir feministische Berichterstattung live von den Demos und anderen Aktionen direkt aus unserem Busstudio. Nun haben die Radias und andere LoRa Journalist*innen dieses Jahr mehrfach Polizeirepression erlebt. Dabei versuchte die Polizei aktiv, unsere journalistische Arbeit zu verhindern.  Am 6. und 8. März wurden Radia-Journalist*innen kontrolliert, schikaniert, provoziert und von Polizisten gepackt und weggezerrt. Am 18. März wurde eine LoRa-Journalistin auf dem Ni una Menos Platz unter Gewaltanwendung von einem Polizisten für eine Personenkontrolle zum Polizeiauto gezerrt und dabei verletzt. Trotz der Polizeirepression berichtet Radia weiter. Das ist unsere Antwort.

12-12:30 Hörspiel: «Espace noir»

«Einmal standen wir Rücken an Rücken, und erkannten uns an den Ellenbogen,» sagt die Freundin. Aber dann verschwindet die andere Person, und niemand weiss, wo sie ist. Übrig bleiben vier Personen, die sie suchen. Aber was ist passiert? Ist überhaupt etwas passiert? Es kreisen Fragen, Erinnerungen, Gedanken.
Espace Noir, ein Hörspiel in fünf Akten, das während dem Shut down im Frühjahr 2021 online produziert wurde von der feministischen Hörspielgruppe der Radia-Redaktion von Radio LoRa, Zürich

12:30-14:00 Kampfe gegen Grenzen:

Mit Interviews, Petitionen und Archivsendungen nehmen wir die Asylregime ins Visier. Wir bringen die Sichten von betroffenen Personen und Gruppen.

Fokus: europäische feministische Asylpetition und Umsetzung der Istanbulkonvention in der Schweiz.

14-16 Frauenstimmrecht und feministische Stimmen

Bettina Stehli mit Radias im Studio: über Frauengeschichte(n) und das Stimmrecht, feministisches Erinnern und feministische Berichterstattung.

16-18 Gemeinsam gegen Patriarchale Gewalt:

Am internationalen Tag für sichere Abtreibung erzählen zwei Aktivist*innen über die Kämpfe für ein selbstbestimmtes Leben in Indonesien und Polen.

Feminizide: Schon 24 Frauen wurden dieses Jahr in der Schweiz ermordet, weil sie Frauen sind. Feminizide sind keine Einzelfälle, sondern haben System.  Deswegen ruft der Gruppe Ni una Menos dazu auf, die Wut und Trauer am 21.10 auf die Strasse zu tragen. Wir berichten wie.

18-19 Feministisches Info:

Rückblick: Wie ist RADIA zum Tag des feministischen Radios gekommen? Was ist bis heute gelaufen und was läuft noch? Warum brauchen wir feministische Radios und feministische Radio Tage?

 

 

 

 

Radio LoRa

Militärstrasse 85a, 8004 Zürich

Studio: 044 567 24 00

Koordination: 044 567 24 11

E-Mail Kontakt: Link hier

Präsenzzeiten: Montag bis Freitag 13 – 17 Uhr

IBAN CH91 0900 0000 8001 4403 9

Auf lora.ch suchen

Deine Meinung

Hier kannst du deiner Meinung freien Lauf lassen: Das HörerInnen-Forum von Radio LoRa.