LoRa Journalistin und Frauenstelle Nekane Txapartegi ist erneut in Gefahr - der spanische Staat hat einen internationalen Haftbefehl erlassen und einen Auslieferungsantrag an die Schweiz gestellt.

Spanischer Staat fordert erneut die Auslieferung von Nekane Txapartegi, Mitarbeiterin von Radio LoRa

 Am 12.11.2019 hat das spanische Sondergericht Audiencia Nacional einen internationalen Haftbefehl gegen die baskische Aktivistin Nekane Txapartegi ausgestellt und konfrontiert die Schweiz erneut mit einem Auslieferungsantrag. Nekane Txapartegi ist seit 2018 Mitarbeiterin von Radio LoRa. Radio LoRa fordert die Schweizer Behörden auf, die rechtswidrige politische Verfolgung Nekane Txapartegis nicht zu unterstützen.

Nekane Txapartegi war bereits 2016 wegen eines ersten spanischen Auslieferungsantrags in Zürich festgenommen werden und kam nach 17 Monaten Haft frei. Nach ihrer Freilassung wurde sie Journalistin in der feministischen Redaktion von Radio LoRa und arbeitet seit Beginn des Jahres als Teil der Betriebsgruppe auf der Frauenstelle von Radio LoRa. Die erneut drohende Auslieferung bedeutet auch massive Unsicherheit für die Angestellten von Radio LoRa und die betrieblichen Abläufe – eine Situation, die durch das zögerliche Verhalten der Schweizer Behörden befördert wird. Radio LoRa fordert die Behörden auf, die klar dokumentierten und vom Bundesgericht als glaubhaft erachteten Foltervorwürfe Txapartegis gegenüber dem spanischen Staat endlich anzuerkennen und ihre politische Verfolgung nicht länger zu unterstützen.

Txapartegi beschreibt in einem offenen Brief eindrücklich, wie es sich anfühlt, wenn die traumatischen Erfahrungen sich zu wiederholen drohen:

« An einem 24. November, im Jahr 1999, kam ich aus dem spanischen Gefängnis Soto del Real frei. 20 Jahre später, am gleichen Datum, könnte ich wieder in einem Schweizer Knast sein. […] In 20 Jahren haben Regierungen, Präsidenten und Minister gewechselt. Aber der ganze repressive Apparat bleibt und die das Sondergericht Audiencia Nacional ist die Speerspitze dieser Repression. Auch das sexistische System und die patriarchale Justiz wollen mich peinigen… Schauen wir, auf welcher Seite die «neutralen» Schweizer Behörden sich positionieren, weil man ist entweder für die Folter oder dagegen. »

Mehr Informationen zur aktuellen juristischen Situation finden Sie in der MEDIENMITTEILUNG der Menschenrechtsorganisation Augenauf und dem FreeNekane-Bündnis:

http://www.freenekane.ch/en/

// Kontakt für Medienschaffende //

Judith Grosse, Öffentlichkeitsarbeit: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! // Tel 044 567 24 15

 

Sondersendung zum Thema am Sonntag, 24. November, 18 Uhr im Offenen Politkanal auf Radio LoRa 97.5 MHz:

Interview mit Nekane Txapartegi – 20 Jahre feministischer Kampf gegen die politische Verfolgung
Vor 20 Jahren nahm Nekane Txapartegi einen grossen Kampf auf: den Kampf gegen den Folterapparat des spanischen Staates. Das bedeutet, die Folter nicht nur zu überleben, sondern zu benennen und öffentlich zu machen – sich nicht brechen und nicht zum Schweigen bringen zu lassen. Nekane führt diesen Kampf bis heute: auch für jene Frauen, die die Folter nicht überlebt haben und jene, die nie darüber sprechen konnten. Es ist ein kollektiver feministischer Kampf, aus dem viele Frauen in den letzten 20 Jahren Kraft geschöpft haben. Was das für Nekane persönlich und politisch bedeutet, und wie es ihr jetzt unter der erneut akuten politischen Verfolgung geht, erfährst du im Offenen Politkanal am 24. November um 18 Uhr auf Radio Lora 97.5 MHz
Damit läutet Radio LoRa das Sonderprogramm anlässlich der Kampagne 16 Tage gegen Gewalt an Frauen* ein.

 

 Video von Nekane nach der Einvernahme durch die Bundesanwaltschaft am 22. Mai 2019: https://www.youtube.com/watch?v=iUCNxhgH_Jo

Radio LoRa

Militärstrasse 85a, 8004 Zürich

Studio: 044 567 24 00

Koordination: 044 567 24 11

E-Mail Kontakt: Link hier

Präsenzzeiten: Montag bis Freitag 13 – 17 Uhr

IBAN CH91 0900 0000 8001 4403 9

Auf lora.ch suchen

Deine Meinung

Hier kannst du deiner Meinung freien Lauf lassen: Das HörerInnen-Forum von Radio LoRa.