Abolitionismus im Kontext des Schweizer Strafvollzugs?
Wenn wir im hiesigen linkspolitischen Kontext über Gefängnisse und Abolitionismus sprechen, stehen oft entweder die Praxis der Schweizer Ausschaffungs-/Administrativhaft im Zentrum, oder aber es zirkulieren Vorstellungen und Bilder aus anderen Strafvollzugssystemen (z.B. dem U.S.-Kontext). Was aber passiert eigentlich im Schweizer Strafvollzug? Wie ist er aufgebaut und wie zeichnen sich Politiken des Strafens hierzulande aus? Was haben auch sie mit dem Grenzregime und anderen Formen der Unterdrückung zu tun? Und wie soll damit umgegangen werden, dass besonders der Justizvollzug der Deutschschweiz manchmal sogar aus gefängniskritischen Perspektiven als positive Referenz genutzt wird? Können und sollten wir trotzdem sagen «Nieder mit den Knästen» oder «Strafen gehören abgeschafft»?
Wir sind zwei Sozialanthropolog:innen, Gefängnisforscher:innen und Aktivist:innen (u.a. aus der Bfa! und dem Bündnis «Wo Unrecht zu Recht wird»), die sich freuen, mit euch zu diskutieren. Wir haben selbst keine Vollzugserfahrung und sind weder von Rassismus, Armut, noch dem Grenzregime direkt betroffen, berichten aber gerne von mehreren Jahren Forschung zum Schweizer Strafsystem.