Auftakt zum Abolish! Von Serafina Andrew: Was heisst Abolition heute? Sichtbarkeit, Repräsentation und das Politische des Möglichen.
Dieser Vortrag verschiebt den Fokus von Abolitionismus als historischer Bewegung hin zu einer gegenwärtigen politischen und kulturellen Praxis. Aufbauend auf klassischen abolitionistischen Theorien fragt er, wie abolitionistische Perspektiven heute zirkulieren, sichtbar werden und Bedeutung erhalten – insbesondere in visuellen Kulturen, digitalen Räumen und politischen Diskursen. Im Zentrum stehen Fragen der Repräsentation: Wer wird in abolitionistischen Narrativen mitgedacht, wer bleibt unsichtbar? Welche Bilder von Widerstand dominieren und welche Erfahrungen, Körper und Perspektiven fehlen darin? Abolition wird dabei nicht nur als Forderung nach Abschaffung verstanden, sondern als Projekt der Imagination: als Einladung, neue Formen von Zusammenleben, Fürsorge und Zugehörigkeit zu denken.
Der Vortrag verbindet politische Dringlichkeit mit einer kulturwissenschaftlichen Perspektive und eröffnet einen Raum, in dem Abolition als offenes, spannungsreiches und kollektives Projekt verhandelt werden kann.