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MediCuba - Solidarischer Akteur in Lateinamerika trotz 60 Jahren US Blockade

Eine Sendung aus dem Politprogramm des 1.Mai Komitees Zürich.

Trotz der seit über 60 Jahren bestehenden US-Blockade zeichnet sich Kuba einerseits als solidarischer Partner für viele Länder der Region und andererseits als stabiles und sicheres Land aus. Der Einfluss des kubanischen Gesundheitswesens geht weit über die Insel hinaus und erreicht mit den internationalen Missionen und der Ausbildung zahlreicher ÄrztInnen aus anderen Ländern viele Menschen in Lateinamerika und weltweit, die ohne Kuba kaum eine ausreichende medizinische Versorgung erhalten würden. Wie schafft es Kuba allen Widrigkeiten zum Trotz seinen Weg weiterzugehen und gleichzeitig andere Länder mit seinem solidarischen Internationalismus zu unterstützen?
Kuba schafft dies einerseits in dem es sozialen Gütern wie Bildung und Gesundheit höchste Priorität einräumt und ihnen den Platz einräumt, den sie als grundlegende Menschenrechte in einem sozialen und auf die Bedürfnisse seiner Bevölkerung ausgerichteten Staat einnehmen sollten. Dazu stellt Kuba die nötigen Mittel zur Verfügung und ermöglicht allen den freien Zugang zu Bildung und Gesundheit. So ist etwa der Anteil der Bildungsausgaben am BIP mit rund 12,84 % mehr als doppelt so hoch wie in der Schweiz oder den USA (5,11% respektive 4.96%) . Und andererseits ist die internationale Solidarität für Kuba keine leere Floskel sondern ein unumstösslicher Grundwert, den es seit der Revolution vor über 60 Jahren hochhält und praktiziert.

Nachdem es unter der Obama-Administration leichte Annäherungen und zum Teil die Einsicht gab, dass die Blockade nicht zum gewünschten Erfolg führte (einem Regimewechsel) und im Gegenteil den Interessen beider Länder vielmehr zuwiderlaufe, hat sich die Gangart unter der Regierung von Donald Trump wieder merklich verschärft und die Sanktionen werden so hart wie noch nie umgesetzt. Ausgerechnet in der aktuellen weltweiten Krisensituation, wo Solidarität unabdingbar wäre, zeigt sich der ganze Zynismus der US-Blockadepolitik in geradezu krimineller Weise. Etwa indem Kuba die Beschaffung von dringend benötigten Beatmungsgeräten verunmöglicht wird, da die langjährigen Lieferanten (zwei Schweizer Firmen) vor zwei Jahren von einem US-Unternehmen aufgekauft wurde, welches sich nun aufgrund der Blockade weigert die Geräte zu liefern. Auch Hilfslieferungen aus China wurden blockiert.
Währenddessen beweist Kuba seine Solidarität und schickt seine ÄrztInnen in betroffene Regionen. Laut Angaben des kubanischen Gesundheitsministers José Angel Portal sind aktuell in 33 der 139 Länder, in denen Covid-19-Erkrankungen bestätigt wurden, speziell dafür ausgebildete kubanische Mediziner im Einsatz. Wie es in einer Erklärung des kubanischen Außenministeriums heißt: „Es sind Zeiten der Solidarität, Zeiten, die Gesundheit als ein Menschenrecht zu verstehen und die internationale Zusammenarbeit zu verstärken, die Teil der humanistischen Praxis unseres Volkes sind“.

Es geht in dieser schwierigen Zeit deshalb nicht nur darum, dem kubanischen Volk beizustehen, sondern auch Bedingungen zu schaffen, damit der kubanische Staat weiterhin andere Länder im Kampf gegen den Corona-Virus unterstützen kann.
Zur direkten Unterstützung Kubas im Kampf gegen Covid-19 haben mediCuba-Suisse und mediCuba-Europa eine Nothilfe-Kampagne #CubavsCovid19 ins Leben gerufen, um Kuba dabei zu unterstützen dringend benötigte Reagenzien und Schutzmaterialen zu beschaffen, welche aufgrund der verschärften Situation von Kuba praktisch nicht erworben werden können.

Im Gespräch mit unserem Vorstandsmitglied Prof. Dr. Raffaele Malinverni von mediCuba-Suisse, Infektiologe und ehemaliger Chef der Infektiologie Abteilung am Kantonsspital Neuchâtel, erkunden wir die Wurzeln der kubanischen Solidarität, beleuchten das kubanische Gesundheitswesen und die Gesundheitsprojekte von mediCuba-Suisse und kommen auch auf die aktuellen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie zu sprechen.

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Freitag, 01.05.2020 - 13:15 - 13:45

MediCuba - Solidarischer Akteur in Lateinamerika trotz 60 Jahren US Blockade

Eine Sendung aus dem Politprogramm des 1.Mai Komitees Zürich.

Trotz der seit über 60 Jahren bestehenden US-Blockade zeichnet sich Kuba einerseits als solidarischer Partner für viele Länder der Region und andererseits als stabiles und sicheres Land aus. Der Einfluss des kubanischen Gesundheitswesens geht weit über die Insel hinaus und erreicht mit den internationalen Missionen und der Ausbildung zahlreicher ÄrztInnen aus anderen Ländern viele Menschen in Lateinamerika und weltweit, die ohne Kuba kaum eine ausreichende medizinische Versorgung erhalten würden. Wie schafft es Kuba allen Widrigkeiten zum Trotz seinen Weg weiterzugehen und gleichzeitig andere Länder mit seinem solidarischen Internationalismus zu unterstützen?
Kuba schafft dies einerseits in dem es sozialen Gütern wie Bildung und Gesundheit höchste Priorität einräumt und ihnen den Platz einräumt, den sie als grundlegende Menschenrechte in einem sozialen und auf die Bedürfnisse seiner Bevölkerung ausgerichteten Staat einnehmen sollten. Dazu stellt Kuba die nötigen Mittel zur Verfügung und ermöglicht allen den freien Zugang zu Bildung und Gesundheit. So ist etwa der Anteil der Bildungsausgaben am BIP mit rund 12,84 % mehr als doppelt so hoch wie in der Schweiz oder den USA (5,11% respektive 4.96%) . Und andererseits ist die internationale Solidarität für Kuba keine leere Floskel sondern ein unumstösslicher Grundwert, den es seit der Revolution vor über 60 Jahren hochhält und praktiziert.

Nachdem es unter der Obama-Administration leichte Annäherungen und zum Teil die Einsicht gab, dass die Blockade nicht zum gewünschten Erfolg führte (einem Regimewechsel) und im Gegenteil den Interessen beider Länder vielmehr zuwiderlaufe, hat sich die Gangart unter der Regierung von Donald Trump wieder merklich verschärft und die Sanktionen werden so hart wie noch nie umgesetzt. Ausgerechnet in der aktuellen weltweiten Krisensituation, wo Solidarität unabdingbar wäre, zeigt sich der ganze Zynismus der US-Blockadepolitik in geradezu krimineller Weise. Etwa indem Kuba die Beschaffung von dringend benötigten Beatmungsgeräten verunmöglicht wird, da die langjährigen Lieferanten (zwei Schweizer Firmen) vor zwei Jahren von einem US-Unternehmen aufgekauft wurde, welches sich nun aufgrund der Blockade weigert die Geräte zu liefern. Auch Hilfslieferungen aus China wurden blockiert.
Währenddessen beweist Kuba seine Solidarität und schickt seine ÄrztInnen in betroffene Regionen. Laut Angaben des kubanischen Gesundheitsministers José Angel Portal sind aktuell in 33 der 139 Länder, in denen Covid-19-Erkrankungen bestätigt wurden, speziell dafür ausgebildete kubanische Mediziner im Einsatz. Wie es in einer Erklärung des kubanischen Außenministeriums heißt: „Es sind Zeiten der Solidarität, Zeiten, die Gesundheit als ein Menschenrecht zu verstehen und die internationale Zusammenarbeit zu verstärken, die Teil der humanistischen Praxis unseres Volkes sind“.

Es geht in dieser schwierigen Zeit deshalb nicht nur darum, dem kubanischen Volk beizustehen, sondern auch Bedingungen zu schaffen, damit der kubanische Staat weiterhin andere Länder im Kampf gegen den Corona-Virus unterstützen kann.
Zur direkten Unterstützung Kubas im Kampf gegen Covid-19 haben mediCuba-Suisse und mediCuba-Europa eine Nothilfe-Kampagne #CubavsCovid19 ins Leben gerufen, um Kuba dabei zu unterstützen dringend benötigte Reagenzien und Schutzmaterialen zu beschaffen, welche aufgrund der verschärften Situation von Kuba praktisch nicht erworben werden können.

Im Gespräch mit unserem Vorstandsmitglied Prof. Dr. Raffaele Malinverni von mediCuba-Suisse, Infektiologe und ehemaliger Chef der Infektiologie Abteilung am Kantonsspital Neuchâtel, erkunden wir die Wurzeln der kubanischen Solidarität, beleuchten das kubanische Gesundheitswesen und die Gesundheitsprojekte von mediCuba-Suisse und kommen auch auf die aktuellen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie zu sprechen.

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