Stellungnahme von Radio LoRa zur Festnahme eines Mitarbeiters in den Räumlichkeiten von Radio LoRa vom 27.06.2019

Am Abend des 25. Juni 2019 kam es zu einem höchst unerfreulichen Vorfall bei Radio LoRa, dem alternativen Lokalradio von Zürich.
Eine lateinamerikanische Sendungsmacherin war spät dran für ihre Sendung um 18 Uhr und rannte aus dem 32er Bus ins Radio LoRa-Studio an der Militärstrasse 85 a. Ihre Herkunft und der Umstand, dass sie auf der Strasse rannte, waren offenbar Grund genug für die Stadtpolizei, die Frau als verdächtig einzustufen. Da die Sendungsmacherin die Polizist_innen nicht bemerkt hatte und direkt ins Studio gelaufen war, versuchte die Stadtpolizei, sich Zugang zum Haus von Radio LoRa zu verschaffen, um die Frau kontrollieren zu können. Als ein festangestellter Mitarbeiter von Radio LoRa die Polizist_innen am Hauseingang fragte, warum sie ins Haus wollten, nach einer Legitimation fragte und sie aufzuklären versuchte, dass es sich um Redaktionsräume handelt, wurde er verhaftet. Die unverhältnissmässig brutale Festnahme führte zu einer Verletzung unseres Mitarbeiters am Arm. Obwohl er in keinster Weise Widerstand leistet, wurden ihm Handschellen angelegt und er wurde von einer Patrouille, die als Verstärkung angefordert worden war, ins Amtshaus 1 an der Uraniastrasse gebracht, wo er bis ca. 21:30 festgehalten wurde. Die Festnahme wurde durchgeführt, obwohl die gesuchte Sendungsmacherin den Polizist_innen vor Ort auf eigene Initiative ihre Papiere noch vorwies, nachdem sie von einer Mitarbeiterin über den Sachverhalt informiert worden war, und die Polizei nichts zu beanstanden hatte.


Als Betrieb möchten wir uns mit aller Entschiedenheit dagegen verwehren, dass unsere Arbeit als komplementäres, nicht-kommerzielles Radio auf diese unverhältnissmässig brutale und eskalative Art gestört wird. Noch einmal zur Erinnerung: Anlass für diesen Einsatz war, dass eine lateinamerikanische Frau, eine woman of color im öffentlichen Raum rannte. Dass es bei der Zürcher Polizei ein Problem mit racial profiling gibt, ist nicht neu und doch ist dieser Fall symptomatisch für die massive Einschränkung (der Bewegungsfreiheit) von Migrant_innen und people of color im öffentlichen Raum durch die Polizei.
Wir sind schockiert von der Unverhältnismässigkeit des Verhaltens der Polizist_innen im Umgang mit unserem Mitarbeiter und auch davon, wie die Integrität unserer Redaktionsräume missachtet und verletzt wurde, statt den Dialog mit den verantwortlichen Mitarbeitenden zu suchen. Radio LoRa, das nicht-kommerzielle Lokalradio für den Grossraum Zürich und zugleich das älteste Gemeinschaftsradio der Schweiz, hat gemäss der bundesrätlichen Konzession den Auftrag mit seinem Programm «insbesondere die Anliegen sprachlicher, gesellschaftlicher und kultureller Minderheiten» zu thematisieren. LoRa ist ein interkulturelles Radio mit Sendungen in 20 verschiedenen Sprachen. Von den rund 300 Sendungsmacher*innen sind etwa die Hälfte Migrant*innen. Wenn die Arbeit bei Radio LoRa für diese Menschen nicht sicher ist und sie mit Repressalien auf ihrem Arbeitsweg rechnen müssen, hat das fatale Konsequenzen für den Betrieb. Es beeinträchtigt uns als Radio in der Erfüllung unseres Programmauftrags und schränkt die Mitarbeitenden in ihrem Recht auf freie Meinungsäusserung ein.


// Kontakt für Medienschaffende //
Judith Grosse, Öffentlichkeitsarbeit: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! // Tel 044 567 24 15

Presseberichte zum Fall:

https://tsri.ch/zh/polizei-einsatz-beim-radio-lora-war-es-racial-profiling/

http://m.20min.ch/schweiz/zuerich/story/radiosender-beschuldigt-polizei-des-rassismus-28107579

WOZ, Nr. 27/2019 vom 04.07.2019, "LoRa rennt"

 

Am 14. Juni 2019 wird schweizweit feministisch gestreikt. Der Streik hat ein Radio: RADIA!

Beim ersten Frauen*streik 1991 haben die Journalist*innen gestreikt und ein Grossteil der Berichterstattung wurde von Männern gemacht. Die Journalist*innen von Radio LoRa sind entschlossen, es diesmal anders zu machen! 

Am Tag des Streiks, wird die feministische Redaktion von Radio LoRa «dieHälfte des Äthers»mit dem Mikrofon in der Hand streiken! Mit Korrespondent*innen auf den Strassen Zürichs, telefonisch schweizweit vernetzt, berichten wir aus dem Studio, live von der Demo und von anderen Aktionen… für eine starke feministische Berichterstattung von unten!

KOMMST DU NICHT AN DEN STREIK, KOMMT DER STREIK ZU DIR!

 

*** PROGRAMM ***

{ 13.06 Donnerstag }

# 00:00 - RADIA sendet um 00:00 ein Streiksignal – 14min 14 sek

{ 14.06 Freitag }

# 6:00 - Schon ab 6 Uhr gibt's die erste RADIA-Morgensendung mit aktuellen Infos zum Streik, Tipps für den Tag und feministischer Musik

# 9:30 - Gefangene Frauen* besuchen! RADIA jetzt live aus dem Sendebus in Dielsdorf

# 11:00 - Schon am Vormittag laufen viele feministische Aktionen in Zürich – RADIA, dein feministisches Streikradio, versorgt dich mit den neuesten Informationen von den Strassen Zürichs und feinster feministischer Streikmusik!

# 14:00 - RADIA berichtet live aus dem Sendebus auf dem Helvetiaplatz über die Streikaktionen auf Zürichs Strassen

# 17:00 - live Berichterstattung von der Demo aus dem RADIA-Bus und vom Wagen des ZH Streikkollektivs!

# 19:00 - Wir übertragen das Bühnenprogramm auf dem Helvetiaplatz 

Ab 19 Uhr gibt's eine Hörlounge im L200, Langstrasse 200

KOMMST DU NICHT AN DEN STREIK, KOMMT DER STREIK ZU DIR auf 97.5 MHz | DAB+ | webradio lora.ch

#Frauenstreik #frauenstreik2019 #FeministischerStreik 

#FrauenstreikZürich #RadiaLoRa # RadioLoRa 

WANTED: EURE MUSIK MIXES AUF RADIO LORA 97.5 MHz!!

Reiche uns deine Lieblingsmusik ein!

TEILHABEN

Radio LoRa besteht aus dem Verein Radio LoRa und der Radio LoRa gemeinnützige Aktiengesellschaft, deren Aktienmehrheit vom Verein gehalten wird. Die Radio LoRa AG ist für den Betrieb zuständig, während im Verein LoRa alle Sendungsmachenden und viele Hörer_innen organisiert sind, die demokratisch die strategischen Ziele des Radios definieren. Die Mitgliedschaft im Verein steht allen Menschen offen. Radio LoRa wird von Menschen betrieben, die an partizipativer kollektiver Radioarbeit interessiert sind. Möglichkeiten zur Mitarbeit und Mitbestimmung gibt es auf verschiedenen Ebenen des Radiobetriebs, wobei wir auf den Einbezug von Minderheiten und Geschlechtergerechtigkeit achten.

GREMIEN

Die anfallenden Aufgaben des Betriebes werden in verschiedenen Gremien von gewählten Mitgliedern des Vereins erledigt: Der Vereinsvorstand ist Ansprechgremium für die Mitglieder bei Problemen mit anderen Mitgliedern und nimmt entsprechende Beschwerden entgegen. Er ist ausserdem für die Organisation und Durchführung der jährlichen Mitgliederversammlung zuständig, dem obersten Organ des Vereins. Neben dem Verwaltungsrat, der für die betrieblichen und personalrechtlichen Belange verantwortlich ist, gibt es die Sendekommission, die für alles zuständig ist, was mit Sendebetrieb und Programmgestaltung zu tun hat. Die Betriebsgruppe ist vom Verwaltungsrat angestellt und hat die Geschäftsleitungsfunktion inne. Sie hat den Auftrag, den täglichen Sendebetrieb sicherzustellen, und besteht aus sieben bezahlten Teilzeitstellen. Die Aufgabenbereiche der einzelnen Stellen und Kontaktinfos findest du hier.

[ FAQ über die neue Struktur ]

[ Protokoll Mitgliederversammlung 2019 ]

190413 lora infobroschüre Struktur

Das Kollektiv Taoca realisiert zum dritten Mal die Filmreihe Cine Brasil Marginal in der Photobastei Zürich. Radio LoRa ist auch in diesem Jahr Medienpartner.

Radio LoRa

Militärstrasse 85a, 8004 Zürich

Studio: 044 567 24 00

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